Über die Adelbodner Hiimatbriefe bin ich auf einen interessanten Beitrag gestossen. In ihrem Artikel «Rund um die Bütschegge» zeichnen Christian Bärtschi und Eva Johner Bärtschi die Geschichte eines wenig bekannten Ortes in Adelboden nach. Im Zentrum steht die Bütschegge im Ausserschwand. Das ist ein Gelände etwas ausserhalb des Dorfes, auf dem der exzentrische Bauherr Gottfried Hager im frühen 20. Jahrhundert mehrere ungewöhnliche Gebäude errichten liess. Die Anlage wurde im Dorf unter dem Namen «Himalaja» bekannt.
Der Artikel rekonstruiert Hagers Lebensweg zwischen Adelboden, dem Kanton Neuenburg, den USA und weiteren Aufenthaltsorten in Europa. Hager erscheint dabei als schwer einzuordnende Figur: Er trat zeitweise als Ingenieur und Schriftsteller auf, lebte zurückgezogen und errichtete auf der Bütschegge mehrere eigenwillige Bauten mit teilweise asiatisch anmutenden Formen. Ebenso wird auf sein 1930/31 im Selbstverlag erschienenes Buch «Warum sind wir Christen die Bluthunde der Menschheit?» eingegangen, eine pazifistische Streitschrift gegen Krieg, Militarismus und die Rolle der Kirchen während des Ersten Weltkriegs.
Unbedingt erwähnenswert ist der Zusammenhang mit der Methernitha. Diese Sekte hat ihren Hauptsitz im bernischen Linden, erwarb jedoch 1961 das Grundstück auf der Bütschegge mit den ehemaligen Hager-Bauten. Laut Artikel wurde das Gelände von der Gemeinschaft lange genutzt, wenn auch eher abgeschirmt. Ob die Gebäude auch heute noch stehen oder was mit dem Grundstück geschehen ist, weiss ich momentan nicht.
Der Bezug zu Methernitha ist auch der Grund, weshalb ich auf diesen Text gestossen bin. Die Geschichte der Sekte ist eine eigene, seltsame Story für sich. Ihr bin ich vor einigen Jahren für das «Mystery»-Magazin von Luc Bürgin im Detail nachgegangen. Ich werde sie bald unter Stories deponieren.
Mal sehen, ob sich rund um die Methernitha oder auch die Bütschegge noch aktuellere Infos entdecken lassen.