Wer war Albert Jahn?

Es ist fast unmöglich, sich mit der Archäologie im Kanton Bern und auch in der Region Thun zu beschäftigen, ohne auf Albert Jahn einzugehen.

Bekannt ist vor allem sein monumentales Werk «Der Kanton Bern, deutschen Theils, antiquarisch-topographisch beschrieben, mit Aufzählung der helvetischen und römischen Alterthümer und mit Bezugnahme auf das älteste Ritter- und Kirchenwesen, auf Burgen, Ruinen und andere Alterthümer aus der Vorzeit und dem Mittelalter».

Daneben veröffentlichte Jahn auch die Schrift «Alterthümer und Sagen in der Umgebung des unteren Thunersees». Er war zudem massgeblich an den Ausgrabungen von Thun-Renzenbühl beteiligt sowie an weiteren Forschungen in der Region Thun.

Deshalb ist es mehr als angebracht, ihn hier näher vorzustellen. Das Folgende stammt aus Hans-Georg Bandis Beitrag «Albert Jahn» in der Festgabe Hans von Greyerz zum 60. Geburtstag, erschienen 1967.

Albert Jahn Biografie

Allgemeines:

Heinrich Albert Jahn kam am 9. Oktober 1811 in Bern als drittes Kind (…) zur Welt. Seine Eltern waren erst wenige Jahre zuvor aus Deutschland in die Schweiz übergesiedelt. (…) Albert Jahn wuchs in einem ausgesprochen intellektuellen Milieu auf.

Bereits 1830, also mit 19 Jahren, legte er der philosophischen Fakultät eine Arbeit vor, die sich mit platonischen Mythen befasste und von seinen Lehrern als gut beurteilt wurde. Anschliessend folgte von 1831 bis 1834 das theologische Studium, das mit einer Dissertation über Paracelsus erfolgreich abgeschlossen wurde; um den Doktortitel bewarb er sich jedoch nicht. Auf Grund seiner Leistungen und dank der Fürsprache seines Vaters erhielt Jahn ein Staatsstipendium zur Weiterbildung im Ausland. (…)

1835 begab sich Jahn nach Heidelberg, wo unter dem Einfluss des Philologen und Archäologen Friedrich Creuzer nicht zuletzt die Begeisterung des jungen Akademikers für Fragen der Altertumskunde weiter gefördert wurde. Nach zwei Semestern siedelte er nach München über, um dort die Vorlesungen des jungen Archäologen Friedrich Thiersch zu folgen. (…) 1837 kehrte Jahn in die Schweiz zurück. (…) 1839 trat er als Deutschlehrer an die untere Industrieschule in Bern über, 1847 an die untere Realschule.

Bevor wir die weitere Laufbahn Jahns betrachten, sei erwähnt, dass er sich 1840 ein erstes Mal verheiratete, welcher Ehe später noch drei weitere folgten. (…) Der ersten Heirat entsprossen vier, der zweiten weitere zwei Kinder.

Im Laufe der Jahre zeigte es sich, dass Jahn (…) nicht für den Schuldienst geeignet war: anscheinend hatte er Mühe, seine Schüler in Zucht zu halten und sie für den Unterricht zu begeistern. Deshalb wurde ihm 1852 von den Behörden nahegelegt, seine Tätigkeit an der unteren Realschule aufzugeben. (…) Erwähnen wir hier noch den Umstand, dass auch seine Verbindung mit der Hochschule, der er nach wie vor als Privatdozent angehörte, für ihn enttäuschend war. (…) Während vieler Jahre hatte er sich immer wieder darum bemüht, an eine Universität berufen zu werden.

1853 gelang es ihm, in den Dienst der Bundesverwaltung zu treten, wo er bis zu seinem Lebensende als Angestellter und Beamter des Eidgenössischen Departementes des Innern tätig sein sollte. (…) Am 23. August 1900 starb Albert Jahn im hohen Alter von fast 89 Jahren nach kurzer, durch Altersgebrechen verursachter Krankheit.

Wir sehen also, dass das Leben Jahns, abgesehen von seinen glücklichen Jugendjahren im Elternhaus und seiner erfolgreichen Studienzeit, von vielfacher Tragik überschattet war. Gegen Ende seines vierten Dezenniums setzte eine Unglücks- und Pechsträhne ein, die ihn während der langen zweiten Hälfte seines Lebens nie mehr verlassen sollte. Sie äusserte sich in verschiedener Weise: in der Familie durch den Verlust von vier Gattinnen und die Trauer um mehrere seiner Kinder, die vor ihm starben; beruflich durch das Nichtgenügen im Schuldienst, das ihn zwang, seinen Unterhalt praktisch bis zum Lebensende durch die ihm wenig zusagende Tätigkeit im Dienste der Bundesverwaltung zu verdienen; im Bereich der Hochschule, weil er als Privatdozent nie einen Hörerkreis fand und es ihm nicht möglich war, die ersehnte Professur zu erhalten.

Hier endet bereits das Transkript, das ich mithilfe des Copilots (ChatGPT) erstellt habe. Je nach Version oder Abo scheint es heute nicht mehr so einfach zu sein, Text aus Bildern extrahieren zu lassen. Das System macht seltsame Fehler, blockiert oder weigert sich komplett, angeblich aus «urheberrechtlichen» Gründen. Früher funktionierte das eher problemlos, heute wirkt es unzuverlässig und inkonsequent.

Wohin führt uns die KI allgemein? Ist sie wirklich eine Hilfe oder nicht? In vielen Bereichen, in denen sie praktisch wäre, versagt sie ihren Dienst oder schränkt sich selbst und damit auch uns ein.

Deshalb «old‑school»: Ich habe die Seiten des Hefts abfotografiert. Besonders interessant ist sicherlich auch Jahns eigene Bibliographie am Ende.

Ab Seite 6 gehts um Jahns archäologische Forschung…

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