Wenn man alte Karten von Thun sucht, dann findet man schnell die Landesaufnahmen aus dem 19. Jahrhundert. Das waren staatlich organisierte, systematische Vermessungs‑ und Kartierungsprogramme. Zum Beispiel hier.
Doch lange bevor der Staat die Schweiz vermessen liess, arbeiteten einzelne Ingenieure und Feldmesser im Auftrag von Städten, Klöstern oder Grundherren.
Für die Region Thun ist einer besonders wichtig: Samuel Bodmer (1652–1724).
Er schuf die die ältesten Karten der Region Thun, zeichnete Flussläufe, Dörfer, Wege und Herrschaftsgrenzen.
Seine Zeichnungen entstanden im Zusammenhang mit dem Kanderkorrektion und zeigen den alten und neuen Lauf der Kander sowie die Umgebung.



Offenbar gab es entlang des alten Kanderlaufs vier Übergänge. Eine Brücke verband den Strättlig‑Hügelzug mit dem Gebiet um Zwieselberg.
Eine weitere führte vom Hügelzug hinüber nach Amsoldingen, ungefähr auf der Höhe der Tropfsteinhöhlen im Glütschbachtal.
Weiter flussabwärts folgte die Brücke bei der Steghalten am Ausgang von Allmendingen, die den Übergang nach Amsoldingen ermöglichte. Noch weiter unten lag die Zollbrücke im heutigen Lerchenfeld, welche die Verbindung nach Uetendorf und Thierachern herstellte.
Rudolf Schneiter, übrigens einst mein Geografielehrer am Gymnasium, hat einen lesenswerten Text über diese verschwundenen Brücken verfasst.
Hier die Links zu allen Karten von Bodmer zur Region Thun, die ich gefunden habe:
https://www.query.sta.be.ch/detail.aspx?ID=368933
https://www.query.sta.be.ch/detail.aspx?ID=366167
https://www.query.sta.be.ch/detail.aspx?ID=14667
https://www.query.sta.be.ch/detail.aspx?ID=379407
https://www.query.sta.be.ch/detail.aspx?ID=366168