Im Zusammenhang mit meiner Recherche über die Thuner Hobbyarchäologen des 19. und 20. Jahrhunderts ist es sinnvoll, zunächst den übergeordneten Rahmen zu skizzieren.
Dabei stellt sich die Frage, in welchem wissenschaftlichen und kulturellen Umfeld sich diese Akteure bewegten und welche Entwicklungen die Archäologie in der Schweiz zu jener Zeit prägten.
Deshalb folgt nun ein Überblick über die Geschichte der Archäologie in der Schweiz – mit einem besonderen Fokus auf den Kanton Bern.
Zuerst gesamthaft für die Schweiz, aus: «Archäologie in der Schweiz – Forschungsgeschichte von Moses bis ins späte 20. Jahrhundert». Von Andres Furger.
Archäologie ist eine junge Wissenschaft und heute noch in Bewegung. Bis vor 150 Jahren hörte die Tiefe der Geschichte in der Zeit des Alten und des Neuen Testaments auf. (…) Ein Faustkeil aus der Altsteinzeit konnte damals ebenso wenig zeitlich eingeordnet werden wie ein Schwert der Bronzezeit. Erst um 1850 begann sich die Vorstellung von eiszeitlichen Menschen und der Abfolge von Stein-, Bronze- und Eisenzeit durchzusetzen.
Archäologische Fundstätten sind den Menschen schon früh aufgefallen; sie konnten sie aber nicht deuten. Davon zeugen typische Orts- und Flurbezeichnungen, die auf einschlägige Funde oder Fundorte hinweisen: beispielsweise «Lebern» oder «heidnisch Bühl» für Grabhügel, «heidnisch Gmür» für römische Ruinen, «tenevière» und «Steinberg» für inselartige Pfahlfelder und Steinansammlungen oder «in den Pfählen» in Seen für Pfahlbauten, «Plattenweg» für Römerstrassen oder «Schwarzacker» für durch den Pflug angerissene Kulturschichten. Besonders häufig ist die Bezeichnung «heidnisch» oder «Heiden» für ältere Fundstellen.
5. bis 8. Jahrhundert:
Ein Interesse an der älteren Vergangenheit kann schon für die Zeit der Antike nachgewiesen werden, die zuweilen in ihren Erkenntnissen weiter vorangeschritten war als in der Frühen Neuzeit. Für die Schweiz fehlen allerdings entsprechende Sammelfunde aus der Antike mit Ausnahme einiger älterer Münzen aus römischen Fundzusammenhängen. Ein bemerkenswertes Phänomen sind hingegen ältere Objekte in frühmittelalterlichen Gräbern wie abgegriffene römische Münzen, Keramikscherben oder keltische Glasringfragmente. Die den Toten in Taschen mit ins Grab gegebenen Altsachen werden vor allem als Amulette gedeutet, denen eine besondere Kraft zugesprochen wurde.
In diesen Zusammenhang gehört auch die Sitte jener Zeit, gelegentlich Bestattungen in älteren Grabhügeln vorzunehmen und wieder an alten sakralen Orten zu opfern. Hinter diesem Phänomen stehen wohl religiöse und magische Vorstellungen in Zusammenhang mit einem Ahnenkult. Wie kamen die damaligen Menschen zu den älteren Objekten? Die grosse Menge spricht dafür, dass hier nicht nur der Zufall spielte. Man weiss inzwischen, dass im Frühmittelalter Techniken beherrscht wurden, gezielt ältere Gräber aufzuspüren und zu öffnen.
9. bis 15. Jahrhundert:
Für die Zeit des Hoch- und Spätmittelalters sind wir recht genau über den bekannten christlichen Heiligen- und Reliquienkult unterrichtet. (…) Die Standortwahl von Kirchen erfolgt auch in der Schweiz oft in Zusammenhang mit älteren römischen Bauten und Funden. Bodenfunde werden im christlichen Mittelalter als Reliquien verehrt, und dazu öffnete man reihenweise ältere Gräber. (…) Mit dem Reliquienkult verwandt ist das Phänomen der in Kirchen aufbewahrten Einzelfunde, wie das spätbronzezeitliche Messer in der Jagdmattkapelle von Erstfeld im Kanton Uri. Vorgeschichtliche Funde werden aber meist noch als natürliche Produkte angesehen, wie das Steinbeil als während eines Gewitters entstandener «Donnerkeil» oder keltische Goldmünzen als «Regenbogenschüsselchen».
Gegen Ende des Spätmittelalters werden ältere Ruinen, die bisher pauschal als heidnisch bezeichnet worden waren, bewusster wahrgenommen und erstmals ansatzweise geschichtlich eingeordnet. (…) Frühe Funde führen gelegentlich zu ersten Untersuchungen. Bei der Kirche von Schötz LU im Jahre 1489 gefundene «wunderbarlich» Gebeine lösen einen Grabungsauftrag der Luzerner Regierung aus und werden als Gräber der Thebäerlegion gedeutet.
In Italien beginnt im 15. Jahrhundert bereits das Zeitalter der Renaissance zu blühen. Man fängt an, die Geschichte losgelöster von biblischen Bildern und damit aus anderen Blickwinkeln zu sehen. (…) Das Interesse an der Antike beginnt.
16. Jahrhundert:
Humanisten beginnen auch nördlich der Alpen mit dem systematischen Studium der «Alten». (…) Der Basler Bonifacius Amerbach (1495–1562) hat während seiner Studienjahre in Italien lateinische Inschriften transkribiert und bringt Skizzen von römischen Denkmälern mit nach Hause. (…) Das Interesse an der Antike geht auf seinen Sohn Basilius über. Im Jahre 1588 lässt dieser als erster eine genaue Planskizze von der mächtigsten Ruine in Baselaugst, den «Neun Türmen», anfertigen, nachdem dort die Basler Regierung durch den Ratsherrn Andreas Ryff staatlich unterstützte Ausgrabungen hatte vornehmen lassen. Dabei handelt es sich um die ersten von wissenschaftlichen Interessen motivierten archäologischen Untersuchungen diesseits der Alpen. (…) Aufgrund von Aussagen römischer Schriftsteller wird bereits im 16. Jahrhundert von Aegidius Tschudi (1505–1572) und von Johannes Stumpf (1500–1578) die Geschichte der Schweiz auf die Helvetier zurückgeführt.
Bei der genauen Deutung der Bodenfunde herrscht aber noch weitgehend Unsicherheit. So werden die 1577 in Reiden LU entdeckten Mammutknochen noch als Skelettteile eines menschlichen Riesen bestimmt. Neben der Existenz von Riesen gehört auch die von Zwergen zum gängigen Weltbild jener Zeit.
17. Jahrhundert:
1685 kommt der Begriff der Archäologie auf, wird sich aber erst später durchsetzen. Die Antikenfaszination hält an, die alten Sammlungen strahlen weiter aus. (…) Immer häufiger werden neue Entdeckungen zeichnerisch und schriftlich festgehalten. (…) Bereits in dieser Zeit werden interessanterweise erste Fälschungen produziert, ein Hinweis auf die wachsende Hochschätzung der Antiquitäten.
Weiter ins 18. Jahrhundert:
Die zwei geistigen Hauptströmungen des 18. Jahrhunderts, Aufklärung und Romantik, bringen der Archäologie wesentliche Erkenntnisschübe. (…) So, wie der Beginn der Erforschung der Römerzeit mit dem Humanismus verbunden ist, hat die prähistorische Archäologie ihre Hauptwurzel in der romantischen Bewegung des 18. Jahrhunderts.
Im 18. Jahrhundert wird vermehrt auf die ideelle Bedeutung der Bodenfunde hingewiesen. (…) Die Erhellung der römischen Zeit ist im 18. Jahrhundert immer noch weiter vorangeschritten als die der älteren Epochen. (…) Die Schweiz hinkt aber weiterhin archäologisch England, Frankreich und Deutschland hinterher.
Die Französische Revolution gibt auch den Altertumswissenschaften neue Impulse; zur Zeit der Helvetischen Republik entsteht in der Schweiz nach französischem Vorbild ein «Büro für Nationalkultur», welches die bisher mangelhaft orientierten Schweizer besser über ihre Geschichte aufklären soll.
19. Jahrhundert:
Im frühen 19. Jahrhundert erfolgen in der Schweiz einzelne recht präzise Beobachtungen von Pfahlfeldern im Bielersee bei Nidau durch Sigmund von Wagner, einen Freund «vaterländischer Kunst und Geschichte».
Auch in der Schweiz werden Grosssteingräber langsam als prähistorische Monumente erkannt, können aber noch nicht genau datiert werden. Sie gelten als Altäre der Druiden, also keltischer Priester. Das schon 1836 in Dänemark entdeckte und für die Kopenhagener Sammlungspräsentation angewendete Dreiperiodensystem, die Abfolge von Stein-, Bronze- und Eisenzeit, setzt sich bei uns spät durch.
Im Jahre 1812 veröffentlicht der schon genannte F. L. Haller von Königsfelden sein Werk «Helvetien unter den Römern» mit zahlreichen Fundbeschreibungen.
1832 wird die Antiquarische Gesellschaft Zürich durch Ferdinand Keller gegründet, nachdem er vor den Toren Zürichs beim heutigen Burghölzli auf mehrere Grabhügel gestossen ist. (…) Der Privatgelehrte Gustave de Bonstetten (1816–1892) und Albert Jahn (1811–1900) graben das Triton- und Labyrinthmosaik von Orbe VD aus, der letztere fasst 1850 seine archäologischen Untersuchungen zusammen: «Der Kanton Bern, deutschen Theils, antiquarisch und topographisch beschrieben».
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bahnt sich auch in der Schweiz eine neue Bewertung der archäologischen Funde an. Der eigentliche Durchbruch erfolgt aber erst um die Jahrhundertmitte, vor allem von Fortschritten der Forschungen in Frankreich, Deutschland und in skandinavischen Ländern profitierend. Nicht nur neue Funde, sondern vor allem der Wegfall geistiger Barrieren bei den Gelehrten ermöglichen den Fortschritt. Dazu kommt vor dem Hintergrund der neuen Nationalstaaten auch in der Schweiz eine ausgeprägtere Form des Patriotismus, der vor allem dem Interesse an den keltischen Vorfahren neuen Auftrieb gibt.
Bekanntmachung von neuartigen Funden aus Schweizer Seen durch Ferdinand Keller (1800–1881). (..) Er ist nicht eigentlich der Entdecker der «Pfahlbauten», sondern er überträgt europäische Errungenschaften der jungen Archäologie als erster auf schweizerische Funde.
Die Helvetier-Begeisterung vor dem Hintergrund der «Keltomanie» der Zeit um 1850 ist wohl mit ein Grund, dass Keller in seinem ersten Artikel von 1854 «Die keltischen Pfahlbauten in den Schweizerseen» die neuen Funde mit den Helvetiern in Verbindung bringt.
Nach der Absenkung von Neuenburger-, Bieler- und Murtensee im Rahmen der Juragewässerkorrektion (1868–1891) liegen riesige Pfahlfelder offen. Daraus werden grosse Mengen von Funden gehoben, Stationen mit Sondierschnitten untersucht, sogar erste Spundwand-Grabungen durchgeführt. Ganze Fundkollektionen gehen nach Berlin, Frankfurt, Odessa, Wien, Rom und London; sogar Bestellungen aus den USA treffen ein. Die «Pfahlbauer» werden auch im Ausland populär.
Zweite Hälfte 19. Jahrhundert:
Charles Darwins (1809–1882) Buch über die Entstehung der Arten von 1859 verändert die Welt.
Im späteren 19. Jahrhundert kommt vieles in Bewegung, ganz besonders auch die prähistorische Forschung. (…) Im Bereich des Neolithikums und der Bronzezeit mehren sich die sensationellen Entdeckungen. (…) In steigendem Mass legt sich der neue Wissenschaftszweig eigene Konventionen und Methoden zu. Das Dreiperiodensystem ist gegen Ende des Jahrhunderts allgemein akzeptiert. Wichtige Datierungshinweise für die jüngeren Epochen geben die Münzen. (…) Zu den Pionieren der keltischen Numismatik gehört der vielseitige Robert Forrer (1866–1946).
Beginn 20. Jahrhundert:
Die Wege der Forschung des frühen 20. Jahrhunderts sind durch den Schub des 19. Jahrhunderts vorgebahnt. Jetzt wird erstmals das Wissen überblicksartig publiziert. (…) Gleichzeitig beginnt sich aber der ganzheitliche, kulturgeschichtliche Ansatz im Sinne des 18. und 19. Jahrhunderts aufzulösen; es entsteht in Europa kein universitäres Fach «Anthropologie» oder «Kulturgeschichte». Die Spezialisierung der Altertumswissenschaften setzt ein, Wege gabeln sich auf. (…) Die Geschichtsbegeisterung im Zeitalter des Historismus wirkt sich in der Schweiz bis weit ins 20. Jahrhundert hinein aus. Die Regionen beginnen sich für ihre frühe Geschichte nachhaltiger zu engagieren.
Und nun bezogen auf den Kanton Bern, aus: «Archäologie macht Geschichte. Funde aus dem Kanton Bern. 50 Jahre Archäologischer Dienst» (Link zum Download). Von Christine Felber, Adriano Boschetti, Jürgen Fischer und Christophe Gerber.
Bereits im 17. Jahrhundert beschäftigten sich in Bern die Gelehrten mit der Antike. Aus den von ihnen zusammengetragenen archäologischen Objekten entstand später der Grundstock für die Sammlung des Historischen Museums.
Davor war die antiquarische Sammlung in der sogenannten Bibliotheksgalerie der alten Berner Stadtbibliothek ausgestellt.
Die archäologische Forschung setzte im Kanton Bern spürbar im frühen 19. Jahrhundert ein, zum Beispiel beim 1810 entdeckten römischen Mosaik von Herzogenbuchsee, der «Bärengöttin» Dea Artio von Muri, römischen Funden aus Thun-Allmendingen und in der Kirche Amsoldingen.
Wohlhabende und gebildete Bürger gründeten Vereine und erschlossen sich Natur und Geschichte ihrer Umgebung. (…) Es war die Zeit der Mediation, als sich der nationale Aufbruch in den Unspunnenfesten manifestierte.
Einen noch stärkeren Aufschwung erfuhr die Altertumskunde zur Zeit der Gründung des Bundesstaates ab 1848.
Als 1849 in der Berner Tiefenau auf der Berner Engehalbinsel eine Masse an keltischen Eisengeräten entdeckt wurde, erregte dies grosse Aufmerksamkeit.
Erste Spuren einer gewissen Institutionalisierung der Berner Archäologie finden sich auch 1837, als die Antiquarische Gesellschaft von Bern gegründet wurde.
Mit der Entdeckung und Ausbeutung der schweizerischen Pfahlbausiedlungen begann die antiquarische Sammlung enorm zu wachsen.
Deshalb wurde die Bibliothekskommission durch eine antiquarisch-archäologische Sektion verstärkt. (…) Die Sammlung erhielt ab 1863 den Namen Antiquarium, den sie bis zur Gründung des Museums 1894 behielt.
Das Antiquarium übernahm nun offiziell die Aufgaben für die Sammlung bernischer Bodenfunde. Diese musste es jedoch den Findern abkaufen. Dafür oder gar für eigene Ausgrabungen fehlte das Geld und man war auf private Gönner angewiesen.
Bei der 1. Juragewässerkorrektion (1868–1891) kamen Reste von Pfahlbausiedlungen aus der Stein- und Bronzezeit zum Vorschein.
Das Wühlen nach Pfahlbauerantiquitäten wurde in der Folge zu einem regelrechten Volkssport. So trat am 7. Juni 1873 die Verordnung wider das Wegnehmen und Beschädigen alterthümlicher Fundsachen im Seeland des Regierungsrates inkraft. Zuwiderhandelnden drohten Geldstrafen oder gar Gefängnis.
Es gab jedoch keine gesetzliche Regelung, wem die Funde aus dem Boden gehören. Das änderte sich mit der Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB), das im Kanton Bern am 1. Januar 1912 in ergänzter Form inkrafttrat und bis heute gültig ist. Die Ergänzung lautet: «Herrenlose Naturkörper oder Altertümer von wissenschaftlichem Wert sind Eigentum des Kantons, in dessen Gebiet sie gefunden worden sind.»
1894 wurde am Helvetiaplatz in Bern das Bernische Historische Museum eröffnet, das sich alsbald zur Trägerin der urgeschichtlichen und römischen Forschung im Kanton entwickelte.
Archäologe und spätere Museumsdirektor Jakob Wiedmer-Stern (1876–1928) grub als Konservator das keltische Gräberfeld von Münsingen, Rain aus.
Tschumis Nachfolger im Bernischen Historischen Museum und am 1950 gegründeten Seminar für Urgeschichte der Universität Bern war Hans-Georg Bandi. (…) Er prägte die Berner Archäologie der Nachkriegszeit und engagierte sich auf nationaler Ebene.
Bemerkenswert sind die Leistungen verschiedener Sammler und Amateure. David Andrist forschte zusammen mit seinem Bruder Albert und mit Walter Flükiger aus Koppigen zur Steinzeit in seiner Heimatgegend sowie in seiner Wahlheimat.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts übernahmen Privatpersonen häufig Aufgaben, die heute durch den Archäologischen Dienst wahrgenommen werden. Dies betrifft vor allem die archäologischen Untersuchungen und Grabungen einschliesslich Vermessungen und Dokumentation. Noch 1966 führte auf der Burgstelle Grimmenstein bei Wynigen ein ansässiger Dorflehrer mit seiner Schulklasse in Eigenregie eine Grabung auf dem Hauptburghügel durch.
Der Nationalstrassenbau beschleunigte in mehreren Kantonen die Gründung von archäologischen Fachstellen, so auch in Bern, wo zunächst Hans Grütter die archäologische Betreuung vom Museum aus wahrnahm.
Dieses drängte aufgrund der Arbeitslast auf die Gründung eines Archäologischen Dienstes, dessen erster Leiter 1970 Hans Grütter wurde.
Bandi hoffte, dass sich dem Museum nun wieder Möglichkeiten für Forschungsgrabungen böten. Hans Grütter baute indessen ein Inventar für den ganzen Kanton auf und setzte auf den Schutz der Fundstellen. Felduntersuchungen waren fortan nur noch Rettungsgrabungen, wenn der Schutz einer Fundstelle nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Dieses Prinzip hat sich 1999 im Berner Denkmalpflegegesetz und 2007 in den Leitsätzen zur Denkmalpflege in der Schweiz durchgesetzt.
Das Gesetz über die Denkmalpflege (DPG) von 1999 stellt auch klar, wer archäologische Arbeiten durchführen darf:

Das Denkmalpflegegesetz von 1999 legt auch die Aufgaben des Archäologischen Dienstes fest: Er inventarisiert nachgewiesene oder vermutete archäologische Stätten und Fundstellen sowie Ruinen und sorgt gemäss Baugesetzgebung für deren Schutz.
Sofern dieser nicht möglich ist, erfolgt eine wissenschaftliche Untersuchung. Sie umfasst die Ausgrabung oder Bauuntersuchung, deren Auswertung, die Konservierung und Restaurierung der Objekte sowie die Dokumentation und Publikation der Ergebnisse.
Der Archäologische Dienst sorgt danach für den Unterhalt der Funde; diese sind der Öffentlichkeit nach Möglichkeit zugänglich zu machen.
Auch heute gibt es im Kanton Bern viele Interessierte, die im Gegensatz zu früher zwar keine Grabungen mehr durchführen, jedoch in Absprache mit dem Archäologischen Dienst nach neuen Fundstellen suchen, Schäden auf archäologischen Stellen melden und zahlreiche Informationen sammeln und dem Archäologischen Dienst weitergeben. (…) Etwa ein Drittel aller seit 2014 neu entdeckten Fundstellen verdanken wir Privatpersonen.