Die Hörbuch-Erkenntnis

Meine Podcast-Ambitionen sind wieder etwas gestiegen. Vielleicht gibt es sogar noch dieses Jahr eine erste Folge von Mad History.

Das grösste Problem ist die Hürde der ersten Episode. Ich habe das Gefühl: Wenn der Laden einmal läuft, dann läuft er. Aber bis zur ersten veröffentlichten Folge scheint der Weg immer erstaunlich weit.

Die gestiegene Motivation hat zwei Gründe.

Der erste ist technologischer Natur. Ich habe Adobe Podcast entdeckt.

Das Tool erlaubt es, innert kurzer Zeit einen erstaunlich gut klingenden Podcast aufzunehmen und danach ultrasimpel zu bearbeiten. Ich teste das momentan aus. Genau solche Werkzeuge können den Einstieg massiv erleichtern.

Dabei ist mir noch etwas aufgefallen: Ich habe mein kleines Rode-Mikrofon, das ich normalerweise für die Kamera verwende, direkt am Laptop angeschlossen. Dafür brauchte es zwar ein Verbindungskabel, aber grundsätzlich funktionierte alles.

Allerdings war die Tonqualität merklich schlechter, als wenn ich die Aufnahme direkt mit der Kamera mache, die Datei anschliessend per SD-Karte auf den Laptop übertrage und dann in Adobe Podcast importiere. Warum das so ist, weiss ich leider nicht.

Der zweite Grund braucht etwas mehr Erklärung.

Lange war ich überzeugt, dass gute Podcasts nicht einfach vorgelesen werden können.

Ich dachte immer, man müsse sie eher frei, improvisiert oder zumindest anhand von Stichworten erzählen – so wie beispielsweise Dan Carlin bei Hardcore History. In meinem Kopf war das die einzig richtige Form.

Mittlerweile glaube ich: Das stimmt gar nicht.

Ein Podcast kann auch wie ein gutes Hörbuch klingen. Entscheidend ist am Ende nicht die Vortragsform, sondern die Qualität des Textes.

Zu dieser Erkenntnis hat ein Hörbuch beigetragen: Lost Tomb von Douglas Preston. Bisher mein persönliches Highlight des Jahres.

Ich habe es beim Basteln, Putzen und bei allerlei anderen Tätigkeiten gehört. Das Buch erzählt verschiedene, wahre Geschichten und hat mir etwas gezeigt: Ein hervorragend geschriebener journalistischer Text, der ursprünglich zum Lesen gedacht war, kann auch eine ausgezeichnete Grundlage für einen Podcast sein.

Ich stellte mir vor, die einzelnen Kapitel wären eigenständige Podcastfolgen. Und plötzlich wurde mir klar: Das klingt hervorragend.

Für mich ist das eine gute Nachricht. Denn ich bin kein grosses Improvisationstalent. Dafür kann ich gut schreiben und ziemlich ordentlich vorlesen. Ein ehemaliger Schulkollege sagte mir sogar einmal, ich hätte eine ausgezeichnete Vorlesestimme.

Insofern könnte das Format vielleicht besser zu mir passen, als ich lange gedacht habe.

Also: Haltet die Augen offen für den ersten Mad History-Podcast!

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